Dorfgemeinschaft Biesenbach

Elfriede Daum führte ein Tagebuch. In diesem schrieb Sie zu ihrer Goldenen Hochzeit:

Am 8. Sep. 1956 konnten wir bei guter Gesundheit unsere goldene Hochzeit feiern. Es war eine schöne Feier, am Vorabend Fackelzug, Darbietungen von Musik und Gesangsverein, viele schöne Geschenke aber sonst im kleinen Rahmen ...




Chronik der Dorfgemeinschaft Biesenbach

Dä Biesenbächer

Mit alle Minschen kann mer laewen,
Et güt hie on do ens Ach on Krach.
Doch wo dä Wiebäch munter rieselt
Do wont ne guede Minschenschlag.
Wo Fruhsinn onger alle Dächer
Wont treu on brav - dä Biesenbächer.

On geht us och ens jet donewen,
Fällt en de Bluemen kahle Rief
- Wie dat su manchmol geht em Läwen    -
Mir halen stets die Uehren stief.
Pieft och dä Wenk durch alle Löcher
Fest steht on grad - dä Biesenbächer.

Sind klen on enfach och die Hüs'cher,
Su sind sie sauber doch on fresch.
Met Vugelsang on Imesummen
Hält treu die Wacht dä Kickebösch.
Dröm füelt sech immer stark on secher
Mem grade Senn - dä Biesenbächer.

Text: Elfriede Daum



Die Entstehung der Dorfgemeinschaft Biesenbach

Vorreiter der Dorfgemeinschaft gab es viele. Zum einen eine Musikkapelle mit Biesenbacher Jungen »die Rixdorfer« die auf vielen Festen in der Ortschaft mitwirkte und 1902 sogar zum Opladener Karneval aufspielte. Zum anderen gab es nach dem 1. Weltkrieg den Wanderclub »Frischauf«, der die Bewohner zu Festen einlud. Ein Schießverein namens »Einigkeit« wurde am 27. Juni 1926 gegründet. Mit diesem Verein feierte man viele schöne Feste. Schon im 2. Jahr nach der Gründung feierten sie in einem Zelt, das am Claashäuschen aufgebaut wurde. Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Schießverein nicht mehr aufrecht gehalten werden, da zahlreiche Mitglieder verstorben und gefallen waren. Auch die finanziellen Mittel ließen dieses nicht mehr zu. Aber es gab da noch die Wassergenossenschaft. Sie feierte am 16. August 1952 ihr 50-jähriges Bestehen.
Hierbei wurde vielen Einwohnern der Ortschaften Biesenbach, Claasbruch, Claashäuschen, Flabbenhäuschen und Unterölbach in fröhlicher Runde  klar, dass man sich wieder einen Verein wünschte.



1956
Ein Fest stand bevor. Am 8. September 1956 wollten die Eheleute
Friedrich Daum und Elfriede, geb. Mebus ihre Goldhochzeit feiern. Da damals kein Verein die Gestaltung der Feierlichkeiten hätte übernehmen können, beschlossen der Wasserverband, deren Vorstandsmitglied Friedrich Daum war, diese Aufgabe ausnahmsweise zu übernehmen. Alle Einwohner trafen sich am Vorabend der Goldhochzeit, um das bevorstehende Fest vorzubereiten. Zu fortgeschrittener Stunde und froh gelaunt beschloss man, dank starker Initiative des Jubilars und zahlreicher Helfer, eine Dorfgemeinschaft zu gründen.


6. März 1957
Gründungsversammlung der Dorfgemeinschaft Biesenbach
im Claashäuschen.
 
Als Gründungsdatum der Dorfgemeinschaft Biesenbach
wurde der 8. September 1956 festgelegt.

Anwesend waren 70 Einwohner der o. g. Ortschaften. Es wurden vier
gleichberechtigte Vorstandsmitglieder gewählt, Peter Dräger, Erich 
Fuchs, Josef Kerst und Horst Lückgen. Diese vier sollten die Ge-schicke der Dorfgemeinschaft leiten. Die Traditionen des Schießvereins »Einigkeit Biesenbach« sollten erhalten bleiben, somit wird jedes Jahr ein Dorfkönig und Dorfprinz ausgeschossen. Die Hauptziele der Dorfgemeinschaft sind Erhaltung und Praktizierung von Nachbarschaftshilfe, sowie die Pflege heimischen Brauchtums, Förderung des Frohsinns und der Geselligkeit.


20. und 21. Juli 1957
Das erste Dorffest im »Hotel Scheuna«. Es war die Aufgabe zahlreicher Helfer in der Kolkschen Scheune ein Plätzchen zu schaffen in dem man das Dorffest feiern konnte. Zuerst musste die komplette Scheune ausgeräumt, mit Tannen- und Birkengrün ausgelegt und geschmückt werden. Die Dorfjugend forderte man auf über Feld und Wiese zu laufen, um den Blumenschmuck für die
Scheune zu pflücken. Beim Gestalten der Scheune platzierte man in einer Ecke die »Mondscheinbar«, die von den Gästen und Mitgliedern rege besucht wurde. Bei zünftiger Blasmusik  tanzte man am Samstag auf dem  Sommernachtsball bis drei Uhr in der Früh. Der Sonntagnachmittag gehörte den Kindern. Hier fand die erste farbenprächtige Korsofahrt mit geschmückten Rädern und Rollern durch die Ortschaften für alle 6 bis 14-jährigen Kinder statt. Der erste Sieger dieser Korsofahrt hieß Norbert Dick.
Rege Anteilnahme fand auch die anschließende Kinderbelustigung, auf der Süßigkeiten und Luftballons an die Kinder verteilt wurden. Um 17 Uhr begann dann auf einem improvisierten Schießstand das Königsschießen mit einer Luftbüchse. Über 200 Schuss brauchte man bis der Schaumgummivogel endlich fiel. Johann Schiefer war der Glückliche, der am Abend im »Hotel Scheuna« mit der vom »Schießverein Einigkeit« leihweise überlassenen Kette zum Dorfkönig Johann I. gekrönt wurde.



2. November 1957
Der bisherige Vorstand hat die ersten Satzungen der Dorfgemeinschaft ausgearbeitet und heute zur Diskussion gestellt.  Weiterhin bittet der Vorstand um Entlastung. 
Die anschließende geheime Wahl brachte folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender        Peter Dräger
2. Vorsitzende        Ursula Kolk
Schriftführer            Erich Fuchs
Kassierer            Willi Melzer




14. November 1957
Die Mitgliederzahl beträgt 149 und 40 Ehrenmitglieder, davon 17 freiwillige Beitragszahler.
König Schiefer u. König Dummer, Dorffest 1958

16. April 1958
Auch um Anliegen der Anwohner kümmerte sich die Dorfgemeinschaft.
Schreiben an den Oberkreisdirektor mit der Bitte am Ortsein- und Ausgang Warnschilder für Kraftfahrzeuge anbringen zu lassen.
Abholen König Rudolf Dummer 1958


24. April 1958
Der Kauf einer eigenen Königskette wird beschlossen. Weiterhin soll diesjährig erstmals ein Dorfprinz ausgeschossen werden.

Der bewilligte Antrag des Oberkreisdirektors beinhaltet eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Ortschaft Biesenbach (40 km/h)


5. und 6. Juli 1958
Da sich der Ablauf des letzten Dorffestes bewährt hatte, änderte man
an ihm nicht viel. Es mussten nur einige Sachen ergänzt werden. Zum einen die Abholung des alten und neuen Königspaares und das Ausschießen des Prinzen. Als erster Prinz der Dorfgemeinschaft errang Karl Dick die Prinzenwürde.
Prinz Karl Dick und viele andere bekannte Gesichter


1961
Das Mitglied Emmi Röhle stiftete in diesem Jahr das Diadem für die Prinzessin.

23. und 24. Juni 1962
Der Sonntag wurde mit einem liebgewordenen heimischen Brauch eingeleitet, mit Böllerschüssen aus karbidgeladenen Milchkannen. Weiterhin wurden die neuen Majestäten durch einen 3-fachen Ehrensalut lautstark verkündet. Dank einer Spende von Fr. Röhle wird in Zukunft ein neues Diadem das Haupt unserer zukünftigen Königinnen schmücken.
Der 1. Vorsitzende Peter Dräger mit dem Königspaar Röhle und dem Prinzenpaar Matzerath. Mit dabei auch der König von 1957, Johann Schiefer



22. und 23. Juni 1963
Das schlechte Wetter war auch damals schon ein Thema, wenn es hieß »Es ist Dorffestzeit«. Damit die Gäste aus nah und fern auch alle im Trocknen sitzen konnten wurde kurzfristig »Hotel Scheuna« mit einem  Zeltvorbau versehen. Zu den Gästen aus der näheren Umgebung zählten erstmalig die Abgeordneten der Dorfgemeinschaften Hüscheid und Pattscheid/Romberg/Linde.

12. Februar 1965
Da Umbauarbeiten an der Kolkschen Scheune vorgenommen werden sollten, wurde bald klar das man hier nicht mehr feiern konnte. Das Fest sollte aber auch nicht ausfallen. Die Lösung war ein Zelt. Aber wo konnte man es aufstellen? Der Bauer Kolk stellte daraufhin seine  »Hummelwiese« zur Verfügung. 

25., 26. und 27. Juni 1965
Erstmalig drei Tage Dorffest auf der Hummelwiese. Ein Bestandteil des Vertrages mit dem Zeltverleiher war der Aufbau in eigener Regie. Dieser Aufbau wurde dann am 24. Juni 1965 vorgenommen und am gleichen Abend mit dem Überziehen der Plane abgeschlossen. Somit war der Beginn des Tanzabends am Freitag sichergestellt. Eine 10-Mann-Band spielte zum Tanz auf und die Jugend kam auf ihre Kosten. So hatte genug Platz für die weitausholenden Tanzübungen.
Der Abend wurde ein voller Erfolg.
Erstes treiben auf der Hummelwiese 1965



1966
Eine tolle Überraschung:
Der Schießverein »Einigkeit« übergab der Dorfgemeinschaft Biesenbach eine 40 Jahre alte Königskette nebst Königinnen-Diadem für die Dauer des Bestehens der Dorfgemeinschaft Biesenbach. Die noch lebenden ehemaligen Mitglieder des Schießvereines hatten dies so einstimmig beschlossen.
Die Prinzenkette war zu diesem Zeitpunkt nicht auffindbar. Erstmalig wurde die Königskette 1966 von Peter Dräger getragen, der 1965 sich zum zweiten Mal die Königswürde erschoss. Damit war er unser erster Dorfkaiser.

1971
Erfreut waren die Mitglieder über die Nachricht von Erich Fuchs:
Die Prinzenkette des ehemaligen Schießvereins »Einigkeit« ist wieder da. Sie wurde bei den Umzugsvorbereitungen in einem Haushalt der Biesenbach aufgefunden und konnte somit wieder dem Prinzen bei der Krönung überreicht werden.

1981
25 Jahre Dorfgemeinschaft Biesenbach
25. bis 29. Juni 1981
Die Dorfgemeinschaft Biesenbach wurde 25 Jahre alt.
Es sollten fünf anstrengende Tage werden. Am Donnerstag startete man mit einem Preisskat, an dem 91 Skatfreunde teilnahmen.
Da es in diesem Jahr wieder mal regnete, musste man am Freitag
kurzfristig eine Kiesverteilungsaktion starten, damit die Besucher trockenen Fußes ins Zelt kommen konnten um sich nach den heißen Rhythmen der »Flaming Stars« zu bewegen. Auf der großen Kinderbelustigung am Samstag ging es wie immer hoch her. Am späten Nachmittag erklangen Alphörner und echte Jodler auf der Hummel-wiese. Sechzehn Schweizer hatten sich eingefunden um uns mit dieser Einlage zu begeistern. Der Sommernachtsball startete mit dem »Bergland Septett«, das wiederum auch zum Frühschoppen, am Sonntag aufspielte. Weitere Höhepunkte an diesem Vormittag waren der Jodlerklub »Alpenklänge« und der Musik- und Show-Corps »Kreisstädter«.
Nach der Preisverteilung für die geschmückten Räder und dem Ausschießen des Königs und Prinzen bereitete man sich langsam auf den Sportlerball am Abend vor. Hier fand dann die Siegerehrung des Fußballturniers der »Sportfreunde Biesenbach« statt, mit Übergabe des Wanderpokals.
Der Jubiläumsball am Montagabend war der Höhepunkt des Festes. Im überfüllten Zelt eröffnete der Jodlerclub das Programm mit Heimatliedern und einem Fahnenschwenkersolo. Die »Peisjonge« begeisterten anschließend mit einer Wiehbach-Parodie.
Nach der Krönung und den verschiedensten Gratulanten, sorgte Elfriede Meyer »die singende Hausfrau aus Lützenkirchen«  mit ihren Liedern für eine Bombenstimmung. Die dann nur noch von den »Bläck Fööss«, als glanzvollen Schlusspunkt, übertroffen wurde.
Dieses wunderschöne Fest ließ man erst in den frühen Morgenstunden ausklingen.


1983/84
Damit die Gummistiefel zur Dorffestzeit im Schrank bleiben konnten und das Wassertreten und Schlammwaten endlich ein Ende hatte, wurde im November 1983 kräftig in die Hände gespuckt. Die Stadt hatte eingewilligt, stellte Maschinen und Baumaterial zur Verfügung und die Dorfgemeinschaft machte sich daran die Wiese trockenzulegen. Von ca. 40 Helfern wurden in ca. 1200 Arbeitsstunden  700 Kubikmeter Lava, Erde und Kies eingearbeitet, 600 Meter Drainage und 50 Meter Wasserleitungen verlegt. Fünf feste Wasseranschlüsse sorgen für die Wasserversorgung. März 1984, der Rasen wird eingesät. Zum Richtfest am 7. April 1984 erschienen nicht nur die fleißigen Helfer es gesellten sich auch Persönlichkeiten aus der Kommunalpolitik dazu. »Keine nassen Füße mehr« war die Hoffnung für die nächsten Dorffeste.


2002
Dringende Kanalarbeiten verhinderten das Dorffest in diesem Jahr.
Die Mitglieder fanden sich aber trotz allem am Samstag zu einem gemütlichen Beisammensein auf der Hummelwiese ein. Aus gegebenem Anlass wurde in diesem Jahr kein König ausgeschossen.

seit 2003
Die Dorfgemeinschaft feiert wieder ihr Dorffest, aber in kleinerer Ausführung. Einen Tag weniger und das Zelt ist auch etwas kleiner geworden. Die Arbeiten für den Zeltauf- und Abbau sind zwar nicht mehr so anstrengend, aber die Restarbeiten sind geblieben. Zeltinnendekoration  z. B. Blumenschmuck, Girlandenbinden für den amtierenden und neuen König und diverse andere Arbeiten. Der Samstag startet mit dem Familiennachmittag mit Kaffee und Kuchen (aus der »Biesenbacher Hausbäckerei«). Weiter sind Spiele für die Kinder bereitgestellt, die wiederum von Mitgliedern betreut werden. Am Abend sorgt eine Band dafür das die Gäste und Mitglieder ihr Tanzbein schwingen können, oder am Pavillon vielleicht bei einer leckeren Erdbeerbowle  einfach nur ein Schwätzchen halten. Für das leibliche Wohl sorgt der Biesenbacher Grillstand.
Am Sonntag geht es weiter mit dem Frühschoppen und traditionell mit der Abholung unseres Königspaares. Begleitet wird es von den Kindern mit ihren geschmückten Rädern, einer Blaskapelle und vielen Zuschauern zur Hummelwiese.
Hier hat das Treiben  schon begonnen. Es haben sich auch die befreundeten Vereine der Nachbarschaft eingefunden.
Nachdem die Kinder für ihr geschmücktes Rad einen kleinen Preis erhalten haben, beginnt auch schon das spannende Ausschießen des neuen Königs und des Prinzen. Hiernach werden die neuen Würdenträger  geehrt.
Der Frühschoppen klingt dann am Abend gemütlich aus.
Kehraus - dieses ist immer noch das Motto für den Montagabend.
Hier finden sich alle Kräfte ein, die zur Gestaltung unseres Dorffestes beigetragen haben. Bei Spiel, Musik, Tanz und gutem Essen wird noch lange über das vergangene Wochenende gesprochen.
 

2005
Die Anzahl der männlichen Jugendlichen, die auf den Prinzenvogel schießen könnte, verkleinerte sich langsam. Sie heiraten oder sind noch zu jung.
So durfte, nach entsprechender Satzungsänderung in diesem Jahr erstmalig auch die weibliche Jugend auf den Vogel schießen.
Vier junge Damen hatten den Mut, sich mit drei junge Männern zu messen.
Und was geschah ? Unsere 1. Prinzessin heißt Carina Manz !




Gemütlicher Abend
Erste Erwähnung am 15. Februar 1958.
Im Claashäuschen fand man sich ein, um einen stimmungsvollen Abend in der Karnevalszeit zu verbringen. Im Jahrbuch der Dorfgemeinschaft ist nachzulesen, dass der gemütliche Abend erstmals  am 30. Oktober 1960 im Saal Tillmanns wohl so gefeiert wurde, wie es heute noch Sitte ist. Es ist immer der Samstag vor dem Totensonntag. In dieser dunklen Jahreszeit trifft sich die Dorfgemeinschaft bei gutem Essen, Musik und Tanz. Das karnevalistische Programm wird mit »Stars«  aus eigenen Reihen, aber auch mit professionellen Künstlern gestaltet.
Anke Rager u. Sven Kanzok 1989
So wird in gemütlicher Runde ein schöner Abend verlebt. Über die Jahre wechselten die Lokalitäten des gemütlichen Abends. Derzeit findet er in der Kleingartenanlage Burgloch statt.
De Lattezaun 1994

Nachstehendes Lied wurde zum ersten Mal auf dem gemütlichen Abend 1960 von den »3 Dorfmöschen«,(Dorfspatzen die Red.) es waren Mitglieder der Dorfgemeinschaft, gesungen.
Die drei Dorfmöschen, H. Thurow, G. Dummer und W. Fuchs



Lied der Biesenbacher
Melodie: Und sollt ich im Leben...


Es gibt noch ein Dörfchen im Bergischen Land

da gilt noch der Handschlag als heiliges Pfand;
Denn die Menschen, die hier wohnen
haben Herz noch und Humor,
und das kommt auf unserer Erde
leider nur noch selten vor.

Refrain:    Drum ziehts mich im Leben,
        ganz gleich was ich mach
        zurück in die Heimat, zur Biesenbach

Die riesigen Häuser, den Großstadtverkehr
in unserem Dorfe ich gerne entbehr;
Denn was mir vor allen Dingen
Freude und Entspannung bringt,
ist wenn schon am frühen Morgen
hoch im Baum ein Vöglein singt.           
Ref.: Drum ...   
       
Und hoch vom Claashäuschen, mit fröhlichem Sinn
schau stolz in die Ferne zum Rheine ich hin;
Und der Dom liegt mir zu Füßen
und der grüßt viel tausend Mal,
unser Dorf im Bergischen Lande
im schönen Wiehbachtal.           
Ref.: Drum ...

Der Rheinländer liebet Wein, Weib und Gesang,
der Ostpreuße schwärmt für `nen Bärenfang;
Doch was wir am liebsten trinken
und woran et Häzchen hänk,
is ne echte Biesenbächer
unser Nationalgetränk.           
Ref.: Drum ...               

Text: Erich Fuchs




Handarbeitskreis
Ein lockeres Treffen von fünf Biesenbacher Frauen hatte zur Folge, dass am gemütlichen Abend im Jahre 1976 ein Mini-Weihnachtsbasar mit handgearbeiteten Sachen dargeboten wurde. Der Verkauf lief so gut, dass sich der „Handarbeitskreis“ bildete, wie folgender Zeitungsartikel belegt.
Rheinische Post 12. Januar 1977
Bergisch Neukirchen
Heute, Mittwoch, 16.30 Uhr, findet erstmals ein Bastel- und Handar-
beitsnachmittag der Dorfgemeinschaft Biesenbach im Vereinslokal »Claashäuschen« statt. Damen und Herren sind zu dem Nachmittag eingeladen, der etwa gegen 19.30 Uhr beendet sein soll. Nun traf man sich 14-tägig und verkaufte die Sachen auf dem Dorffest im »Tante-Emma-Laden«. Der Reinerlös, der von mittlerweile 11 Frauen  erarbeitet wurde, kam den Kindern der Dorfgemeinschaft zugute. Die jährliche Fahrt hatte viele Ziele: Phantasialand, Eisrevue, Kinderkarneval und den Traumlandpark Bottrop. Zur Gestaltung des gemütlichen Abends  trugen die Damen mit eingeübten Tänzen bei. Weiter kümmern sie sich auch um den Seniorennachmittag (siehe Seniorennachmittag). Ein großes Geschenk, im wahrsten Sinnes des Wortes, machten sie der Dorfgemeinschaft mit der Anschaffung des Materialwagens, in dem  bis heute alles was wir für unser Fest brauchen gelagert wird. Sie denken aber nicht nur an andere, sondern auch an sich selbst. Der jährliche Ausflug bringt allen viel Freude.
Handarbeitsfrauen bei der Arbeit ?


Im April 1969 beschloß man das jährlich ein bestimmter Betrag, in Form einer Kaffeefahrt oder, oder ..., für die Helfer des Dorffestes ausgegeben werden sollte. Die allererste Fahrt startete am 20. September 1969. Sie wurde für das gesamten Dorf ermöglicht und fand ein reges Echo. Mit zwei Bussen machte man sich auf den Weg nach Holland zu den damaligen Freunden. Nach einem ereignisreichen Tag wurde spät in der Nacht die Heimfahrt angetreten.
»Die Fahrt ins Blaue« das ist nun das Motte unter dem bis heute unsere Helfertouren starten. Das amtierende Königspaar hat die Aufgabe ein  Ziel auszusuchen und nach Absprache mit dem 1. Vorsitzenden wird diese Sache ausgearbeitet. Nur diese  Eingeweihten wissen wo es hingeht .

Informationskästen
Damit alle Mitglieder und interessierte Spaziergänger sich über das Neueste im Dorf informieren können, wurden zwei große Informationskästen aufgestellt. Einer steht am »Biesenbacher Eck«, der andere direkt neben der Hummelwiese. Sie wurden von Frau Meier, einem Mitglied der Dorfgemeinschaft, und den Peisjongen gespendet.





Nikolaus, er brachte am 13. Dezember 1960 das Leuchten in die Augen unserer Kleinsten im Alter bis 12 Jahren und beschenkte sie mit einer großen Tüte voller Überraschungen im Claashäuschen. Der Nachmittag wurde mit Gesang und Akkordeonspiel gestaltet. Jahre später machten sich einige Frauen Gedanken, wie man diesen Nachmittag zusätzlich gestalten könnte. Ein Märchenspiel sollte es sein. Gesagt, getan. Mit einigen Kindern, im Alter von 6-12 Jahren  geprobt und 1968 erstmalig aufgeführt. Mit viel Zeit und Energie wird dieser Brauch seit diesem Tag jährlich im ev. Gemeindehaus wiederholt. Einige Jahre später wurden auch die Senioren ab 70 Jahren zu Kaffee und selbstgebackenen Kuchen zu diesem Tag eingeladen.



Mit dem Lied »He kumme jo de Peisjonge, die hant dis Johr noch nit jesunge« oder so ähnlich starteten die Mitglieder des Vorstandes Pfingstsamstag 1961 und wünschten den Anwohnern ein schönes Pfingstfest. Heute können sich alle männlichen Anwohner der Biesen-bach an diesem Brauch beteiligen.  Als Dank werden die Sänger, in Begleitung von Heinz Ersfeld und Gitarre, mit Eiern, »scharfen Sachen« und Bargeld belohnt. Die Frauen vertreiben sich zwischen-zeitlich mit der Herstellung von Papierrosen für das bevorstehende Fest die Zeit. Damals wie heute werden die ersungenen Eier in gebratener Form weit nach Mitternacht verspeist. Seit Jahrzehnten wird dieser Brauch am letzten Haus, sprich beim amtierenden König vorgenommen. Hier erklingt das Pfingstlied ein letztes mal und man beendet den mindestens 6-stündigen Rundgang in geselliger Runde.



Ein Highlight  für die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ist die Prinzen/Prinzessinnen Aktion. Aus welcher Situation heraus oder zu welchem Zeitpunkt sie gestartet wurde ist leider nicht zu recherchieren. Ist aber auch egal, Hauptsache sie findet statt und die Kinder verleben einen schönen Tag - eine schöne Nacht. Hier einige Beispiele: Schnitzeljagd, Orientierungstour rund um die Biesenbach, Bastelnachmittag, Vorführung der Feuerwehr, Kinderolympiade, Verkehrssicherheitsüberprüfung der Fahrräder und Roller, große Müllsammelaktion in der Biesenbach, Übernachtung auf der Hummelwiese und, und, und ...

Ein Fest für Groß und Klein. 1989 regte unser damaliges Königspaar  Bettina und Claudio Hedermann und Prinz Hans Schubert mit Prinzessin Heike Minnich, den Besuch des St. Martin an. Aber nicht nur Pferd und Reiter gehören zu diesem Fest. Es wird auch für das leibliche Wohl gesorgt in Form von Kinderglühwein, Glühwein, Bier, alkoholfreien Getränken, Würstchen und natürlich die Weckmänner. Sie werden nach dem Martinsumzug, der von einer Blaskapelle begleitet wird, am wärmenden Feuer verteilt und sofort gegessen.



Auf zum Seniorennachmittag hieß es am 14. März 1979 für alle über 70 Jahre. Christa und Werner Weis, unser damaliges Königspaar, hatte die Idee unsere Senioren zu Kaffee und Kuchen einzuladen. Das Königspaar Elfie und Bert Knieps griff diese Idee 1982 wieder auf. Seit dieser Zeit findet er alljährlich im Monat April statt. Bis heute freuen sich die Senioren, deren Altersgrenze auf 65 Jahre gesenkt wurde, über den selbstgebackenen Kuchen der vom Königstisch bzw. von den Handarbeitsfrauen gespendet wird. Zur Erinnerung erhält jeder Gast ein gebasteltes Präsent von den Handarbeitsfrauen.


»Der Mai ist gekommen« so wird jährlich am 30. April um 24.00 Uhr gesungen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind aber schon Höchstleistungen vollbracht worden. Sie fangen damit an, das man in den Wald fährt (incl. zuständigem Förster) sucht einen Baum aus, fällt ihn und bringt ihn zur Hummelwiese. Gegen 17.00 Uhr wird er mit bunten Bändern von unseren Kindern geschmückt und den Männern aufgestellt. Nicht nur die selbstgemachte Maibowle, sondern auch andere Getränke und Würstchen finden anschließend regen Absatz. 1994 war man wohl etwas übermütig. Der Baum war groß man könnte auch sagen zu groß. Nichts war mit mal eben aufstellen. Hilfe musste her. Die Hilfe hieß Schwientek und eins, zwei, drei stand der Baum. Die Aufnahme dieses Brauches wurde 1988 von unserem Mitglied Hans Manz angeregt

Viele Helfer sind notwendig um einen Baum aufzustellen

www.dorfgemeinschaft-biesenbach.com

Wer nicht die Lust oder die Zeit hat an einem Informationskasten vorbeizuschauen kann sich auch gerne unter

                  »www.dorfgemeinschaft-biesenbach.com«

informieren. Diese Seite wurde durch Anregung von Guido Weis am 13. März 2001 ins Leben gerufen. Hier wird nicht nur über die
Gegenwart informiert sondern auch über die Vergangenheit berichtet.
Unser derzeitiger Webmaster ist Harald Manz, der sich jederzeit über Anregungen und Kritik freut.

Hier endet der »Bilderbogen« der Dorfgemeinschaft. Vielleicht hätte hier und da noch Einiges erwähnt werden können, vielleicht ist auch etwas nicht ganz richtig oder sogar vergessen worden. Sollte dies der Fall sein, so versichern wir, dass dies nicht mit Absicht geschehen ist.


Und sonst ??
Damit nicht der Eindruck entsteht, dass das Leben der Biesenbacher  nur aus dem Dorffest besteht, möchten wir nun einen kleinen Einblick in unsere Aktivitäten, die sich so im Laufe der Zeit außerhalb
des Dorffestes eingestellt haben, vorstellen.
 


Adventsfenster
Dies ist die Jahresabschlussaktion der Dorfgemeinschaft,
angeregt von unserem Mitglied Wolfgang Kanzok. Seit 2002 wird jeweils am Adventssonntag  um 18 Uhr  ein »Fenster geöffnet«, welches von dem jeweiligen Bewohner mit viel Liebe und Mühe  geschmückt wurde.
Vor dem Öffnen des Fensters singen die anwesenden Biesenbacher einige Weihnachtslieder mit der musikalischen Unterstützung von Heinz Ersfeld.
Für das leibliche Wohl in Form von Glühwein für Groß und Klein sowie Bier, Plätzchen, Kuchen, Schmalzbroten und, und, und ... ist auch gesorgt.


Biesenbacher Eck
Unter dem Motto »Unser Dorf soll schöner werden« reinigte man das Eck im Oktober 1984 von Schutt, Beton und Unkraut. Ca. 20 Tonnen Naturstein wurden für Trockenmauer und Treppe verbaut. Treppengeländer wurden angebracht, Tisch und Bank aufgestellt, bepflanzt, fertig.
Mai- und Weihnachtsbaum schmücken zur jeweiligen Zeit das »Eck«.

Biesenbacher Playbacksänger
Biesenbacher Playbacksänger, das sind unsere »Stars«. Bei einem Treffen zur Vorbereitung des gemütlichen Abends wurde von unserem damaligen 1. Vorsitzenden Werner Weis die Idee einer Playbackshow geboren.
Auf dem gemütlichen Abend 1985 traten unsere »Stars« nach einigen Proben und mit auswendig gelernten Texten erstmalig auf. Es wurde ein voller Erfolg.
Sonntagabend, Dorffest 1986. Die »Stars« sind wieder bereit. Nach diesem sensationellen Auftritt folgen unzählige Auftritte im Raum Leverkusen bei benachbarten Vereinen.
Die weiteste Fahrt führte bis nach Belgien !
Das Repertoire der immer wechselnden »Stars« wurde bis zum heutigen Tag
stets erneuert.
Paul mit dem Gaul

Besondere Anlässe
Geburt, Geburtstag 75, 80, 85, 90, 95, 100 
Zu diesen Anlässen werden Glückwünsche und Geschenke von den Gebietsbetreuern und dem 1. Vorsitzenden überreicht.
Bild: Paul mit dem Gaul 04.95 Annis 50er


Grüne- Silber- Gold- und Diamantene Hochzeit
Nach Absprache mit dem Jubelpaar treffen sich die Mitglieder der Dorfgemeinschaft zum gemeinsamen Kranzbinden. Dieser wird dann mit vereinten Kräften aufgehangen und geschmückt.
Diese Aktion wird anschließend mit einem kleinen Imbiss und Umtrunk belohnt.
Natürlich wird das Überreichen der Glückwünsche und des Geschenkes nicht vergessen.




Bei einem längeren Krankenhausaufenthalt findet ein Krankenbesuch statt. 

Verstorbenen Mitgliedern wird mit einem Kranz die letzte Ehre erwiesen.






Dorfkönige/Dorfkaiser und
Dorfprinzen/Prinzessinnen
der Dorfgemeinschaft Biesenbach

Jahr        Dorfkönig / Kaiser        Dorfprinz

1957/58    Johann Schiefer          nicht ausgeschossen
1958/59    Rudolf Dummer          Karl Dick
1959/60    Peter Dräger              Karl Dick             
1960/61    Hans Thurow              Hans-Peter Matzerath
1961/62    Ernst Röhle                Heinrich Matzerath
1962/63    Ignaz Seitz                Heinrich Matzerath
1963/64    Heinrich Matzerath      Rolf Kurz
1964/65    Erich Fuchs sen.         Erich Fuchs jun.
1965/66    Peter Dräger (K.)       Reiner Holdinghausen
1966/67    Wolfgang Rieder         Siegfried Heinrichs
1967/68    Willi  Melzer                Norbert Dick
1968/69    Werner Wendel          Siegfried Heinrichs
1969/70    Alex Piel                    Wolfgang Nietzsche
1970/71    Richard Leber             Norbert Dick
1971/72    Willi Daum                 Karl-Heinz Holzweg
1972/73    Heinz Ersfeld              Norbert Hörner
1973/74    Erich Fuchs sen.(K.)    Detlef Dummer
1974/75    Hans Höner                Klaus Kolk
1975/76    Gerd Deutz                Klaus Kolk
1976/77    Franz Hartmann          Detlef Dummer
1977/78    Bert Knieps               Manfred Lückgen
1978/79    Werner Weis              Hans-Peter Deutz
1979/80    Norbert Dick               Axel Dummer
1980/81    Alexander Kochanek    Siegfried Heinrichs
1981/82    Bert Knieps                Michael Felten
1982/83    Wolfgang Kanzok        Ralf Deutz
1983/84    Hans Manz                 Holger Dick
1984/85    Peter Thürnagel          Harald Manz
1985/86    Hans Schäfer             Bernd Huntgeburth
1986/87    Wolfgang Kanzok (K.) Harald Manz
1987/88    Karl Dick                   Guido Weis
1988/89    Werner Weis (K.)        Ralf Schäfer
1989/90    Claudio Hedermann    Hans-Joachim Schubert
1990/91    Udo Kreie                  Michael Fuchs
1991/92    Ewald Gillessen          Wolfgang Eichler
1992/93    Peter Thürnagel (K.)   Thorsten Thran
1993/94    Udo Wenderhold        Sven Kanzok
1994/95    Hauke Fürstenwerth    Jörg Wenderhold
1995/96    Wolfgang Kanzok (K.) Guido Weis
1996/97    Klaus Kolk                 Hayo Thran
1997/98    Klaus Hinkelmann      Guido Weis       
1998/99    Franz Hartmann (K.)   Jörg Wenderhold
1999/2000    Heinz Ersfeld (K.)    Jens Wenderhold
2000/01    Peter Thürnagel (K.)    Björn Kreie
2001/02    Udo Kreie (K.)             Jörg Wenderhold
2002/03    nicht ausgeschossen    nicht ausgeschossen
2003/04    nicht ausgeschossen    nicht ausgeschossen
2004/05    Klaus Hinkelmann (K.) Jörg Wenderhold
2005/06    Wolfgang Borrmann    Carina Manz
2006/07     Markus Heisig            Björn Kreie
2007/08     Harald Manz              Astrid Süße
2008/09     Norbert Dick (K.)       Denise Manz
2009/10     Klaus Stelzmann        nicht ausgeschossen
2010/11     Erik Schmidt              nicht ausgeschossen
2011/12     Björn Kreie                Denise Manz
2012/13     Markus Heisig (K.)      Lena Manz

2013 1. Blumenkönigin Doris Dick

Statistik der Dorfgemeinschaft


4 gleichberechtigte Vorstandsmitglieder
Leitung der Dorfgemeinschaft  März 1957 bis November 1957

Peter Dräger
Erich Fuchs
Josef Kerst
Horst Lückgen

Die 1. Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft

1957 bis 1966    Peter Dräger
1966 bis 1984    Erich Fuchs
1984 bis 1996    Werner Weis
1996 bis 2005    Udo Kreie
seit   2005         Harald Manz

1957 – 2005 

Dorffeste        53
Könige        40
Kaiser        12
Prinzen        46
Prinzessinnen       3


Mitglieder 2005

 259 Mitglieder zum 31.12.2005



Einwohner der Ortschaften .....

Biesenbach, Claashäuschen, Flabbenhäuschen und Ölbach.



 

Wir gedenken unseren Verstorbenen





Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.

Immanuel Kant